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New York, New York. Oder zumindest fast.

So Leute,

mein Blog ist da. Ich werde das kommende Jahr in den USA verbringen und hier darüber berichten. Ich werde im Bundesstaat New York sein. In der Kleinstadt Hamburg, die südlich von Buffalo und fast direkt am Lake Erie liegt. Also nur einen Katzensprung von den Niagarafällen entfernt.

Die Gastfamilie (die Edies), bei der ich sein werde, wirkt nach ein paar Mails und einem Telefonat sehr nett und ich freue mich jetzt schon total drauf, sie kennen zu lernen.

Wie auch immer, mein Flug geht morgen um 11:30 in Wien-Schwechat los und endet um 14:30 am JFK. Dann gibt es ein AFS-Welcome-camp und schon am Samstag werde ich meine Gastfamilie sehen.

Ich bin schon total gespannt und freu mich drauf!

 

 

11 Kommentare 8.8.07 15:05, kommentieren

Ankunft in der neuen Welt

Tja, jetzt bin ich hier. Im Land der grossen Kuehlschraenke und Tastaturen, die fuer die deutsche Rechtschreibung definitiv nicht geeignet sind.

Mein Flug ging am 9. August um 11:30 Ortszeit und kam um 14:30 Ortszeit am JFK-Fulghafen in New York an. Zu meiner grossen Ueberraschung ist bei der Visumskontrolle und beim Zoll alles gut gegangen - ich hab irgendwie damit gerechnet, einen Beistrich falsch gesetzt zu haben und dafuer vom FBI in Empfang genommen zu werden.  Der Anschlussflug nach Buffalo sollte um 20:50 gehen, ging wegen Fulgzeugstaus erst um 21:40 (zu dem Zitpunkt sollte er urspruenglich schon angekommen sein...) Ich habe andere nette AFSer kennen gelernt, wurde ueberall von AFS in Empfang genommen und es ist gut gelaufen.

Als erstes bin ich (gemeinsam mit einem hervorragend deutsch-sprechendem Tschechen) zu einer one-night-host-family gekommen. Den Mahoneys. Die waren sehr nett. Eingeschlafen bin ich trotzdem erst um 01:30 Ortszeit. Mein Koerper hat aber - vollkommen zurecht - gefunden, dass es eigentlich 06:30 ist und dass ich - wenn man mal von der einen Stunde Schlaf im Flugzeug absieht, aber die zaehlt nicht wirklich - 23:45 Stunden lang wach war.

Aber bekanntlich ist es leichter, laenger aufzubleiben als frueher einzuschlafen. Tja, dann hattte ich mein AFS-welcome-camp (das war noch in Buffalo - oder irgendwo dort in der Umgebung) und wurde um etwa 16:20 Uhr von Cindy (meiner Gastmutter), John (6 Jahre) und Sarah (4 Jahre) abgeholt und zu David's (9 Jaher) Baseball-game gebracht, wo dann auch Matt (mein Gastvater) war. Spaeter kam dann noch eine ganze Reihe anderer Verwandten und diverser Schaulustiger dazu - ich hoffe, ich werde es schaffen, mir all die Namen zu merken...

Am Abend fuhren wir dann nach Hause, ich konnte es mir im Zimmer gemuetlich machen und ENDLICH den verlorenen Schlaf nachholen. Am  naechsten Tag (also heute) gab es ein deftiges aber gutes Fruehstueck und am Nahcmittag fuhren wir wieder David anfeuern (langsam beginne ich das komplizierte Spiel zu verstehen, glaube ich) und noch mehr Verwandte und Bekannte kennenlernen.

Das Abendessen war nett, mir wurde schon der Schulweg gezeigt und ich habe herausgefunden, dass die Edies ein Piano haben.

Mein Fazit bisher: Irsinnig nette und gastfreundliche Leute mit freundlichen Verwandten. Ich glaube, es wird mir hier gut gefallen. Die Regeln im Haus sind ok - da beide verstehen, dass ein Fast-16-jaehriger anders als ein 9-jaehriger ist (Ha! Und die Mama hat gedacht - oder gehofft - dass die total strikt sind und sie dagegen als liberaler Engel dasteht, weil sie noch keine Teenager haben!) und wir einfach gute Kompromisse finden. Wo auch immer. Bei den Bettzeiten, bei dem, was ich im Haushalt machen soll, ...

Ich denke, der groeste Teil wird sich einfach im Laufe der Zeit einspielen. Wie mein Englisch. Ich verstehe zwar viel, anstrengend ist es aber doch. Mich macht das richtig muede, die ganze Zeit nur Englisch zu hoeren und zu sprechen.

In diesem Sinne: Gute Nacht! Oder besser: bald guten Morgen ;-)

13 Kommentare 12.8.07 03:52, kommentieren

Positiver Kulturschock

Ihr werdet euch wahrscheinlich schon gewundert haben, warum die ganzen Tage nix gekommen ist (hoffe ich zumindest). Das liegt einfach daran, dass es hier so viel Neues gibt, dass ich kaum Zeit dazu habe.

Unter anderem Baseball. David hatte naemlich ein Junior-Turnier das sein Team ueberragend gewonnen hat. Ich glaube, langsam verstehe ich dieses mit Regeln ueberladene Spiel. Mehr oder weniger.

Das Essen hier ist auch weiterhin gut. Es stimmt zwar, dass es hier oft schnell sein muss, aber das bedeutet nloch lange nicht, dass es nur Junkfood ist. (Ich gklaube, dieses Geruecht haben ein paar neidige Englaender in die Welt gesetzt ;-) Das einzige, was mir hier echt abgeht, ist das wunderbare Brot, das es in Oesterreich und Deutschland gibt.

Vor zwei Tagen war ich auf einem Fair (dem zweitgroessten der USA). Das ist eine Mischung aus Vergnuegungspark (so wie der Wiener Wurstelprater), Zuchttier-Wettbewerben verschiedenster Art und dieversen  - mehr oder weniger traditionellen - Ausstellungen. Und das in einer unglaublich Groesse. Dort war der groesste Teil der - wirklich grossen - Familie. Langsam glaube ich, dass ich mir die Namen merke. (Ich trainiere jedenfalls anhand eines Fotos.) Ich werde noch Ron (15 Jahre, Neffe meiner Gasteltern) fragen, welche Lehrer an der High School wenig Stress machen und welche ich unbedingt meiden sollte. Der kennt sich dort aus. Und ist auch so nett wie die ganze Familie. Meine Anmeldung in der Schule ist fuer den 29. geplant. Sie beginnt am 5.

Heute habe ich mir ein Pre-Paid-Handy besorgt und denke, dass sollte hinhaun. Auch um einen 2. Adapter bin ich nicht herumgekommen.

Oh, da muss ich gleich von meinem ersten wirklichen Kulturschock berichten. Ich war im Geschaeft, da ich dachte, mein altes Handy haette den Geist aufgegeben. Ich brauche aber die Nummern von der Simkarte. Also frage ich, ob ich die Karte nicht dor in ein Handy einsetzen kann, um die Nummern abzuschreiben. Und der Verkaufer gibt mir einfach ein altes - nicht kaputtes, nur eindeutig veraltet - Handy und meint, das habe ein Kunde abgegeben und ich koenne es behalten. Ich war erst einmal sprachlos. Wohl vor allem deshalb, weil ich aus Wien ein grundsaetliches "Geht ned." oder "Da muass i erscht in da Zentral' anruf'n" gewohnt bin. Hier hingegen - nicht nur, dass sie mir helfen wollen, sondern gleich das! Und diese irrsinnige Freundlichkeit und Hilfbereitschaft ist nicht einmalig - alle hier sind so nett. Wie Yannic und Kjersti geschrieben haben, ist einem das am Anfang fast schon unangenehm, weil man sich dagegen so zugeknopft und reserviert vorkommt. (Zumindest mir geht es so.)

Uebrigens habe ich spaeter herausgefunden, dass das alte Handy doch noch funktioniert und ich mich bloss erst auf die Technik hier einstellen muss :-D Ich werde das Handy natuerlich zurueckbringen.

Und auch Schach muss ich hier nicht missen. Matt spielt es wirklich gut. Ich werde mit ziemlicher Sicherheit dem Schul-Schachclub beitreten. Juhuu!

So, und jetzt zu den Fragen in den Kommentaren: Bei der Bettzeit habe ich relativ viel Freiheit (rechnet euch einfach aus, wann ich den Blog abgeschickt habe. Die Zeitdifferenz betraegt 6h) Die Kleinen sind auch nett, auch wenn John ein bisschen verrueckt und chronisch ueberdreht ist. Gleichaltirge - noch nicht. Ausser natuerlich Eric, James und Ron (die Neffen meiner Gasteltern).

Den Rest gibt es in privaten Mails. (Aber nicht mehr heute.)

Ich habe mich sehr ueber die Kommentare gefreut - bitte mehr davon!

PS: Auch meinen Hang zu politische Diskussionen muss ich hier nicht begraben. Zwar gibt es Verstaendigungsprobleme bei Spezialbegriffen, aber das, was ich rede, klappt gut.

Bisher bin ich einfach happy!

19 Kommentare 16.8.07 06:12, kommentieren

'ne Menge Namen, 'ne Menge Spass

In den letzten Tagen ist einiges passiert. Zuerst war ich am Lake Chautauqua (sprich: Scho-too-qua) bei Cindys Eltern. Die sind auch total nett. Ich durfte ein Golfcar fahren. (Ich hatte zuerst Bedenken wegen AFS, aber es ist nicht explizit verboten und Cindy hat vorher gefragt.) Wir sind auch mit dem Motorboot auf den See gefahren (der wahnsinnig schoen ist. Aber gegen das Salzkammergut oder Kaernten stinkt der trotzdem ab.) Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass geroestete Marshmallows zwar ein Zahnverkleber, aber ungemein koestlich sind.

Am naechsten Tag war ich dann mit Cindy und David am Darien Lake. Das ist eigentlich kein Lake, sondern ein grosser Wasservergnuegungspark. Das Wasser war zwar ar***kalt, aber der Park war witzig.

Am Abend war dann die Geburtstagsparty fuehr Joihn und Sarah (5 und 7, die Geburtstage direkt hintereinander) mit dem ganzen Clan. Wir haben natuerlich nicht nur den kleinen gehuldigt, sondern auch eine Menge Spass gehabt. Zum Beispiel mit Baseball im Vorgarten (Raphi, ich glaube, du hast Recht. Ich werde noch als Baseballfan zurueckkommen.). Es ist viiiiieeeelll schwerer, als es aussieht. Aber, und darauf bin ich total stolz: Ich habe einen HOMERUN geschafft!!!!!!

Dann hatte ich einen Tag Pause. Da habe ich lang geschlafen, mein US-Handy in Gang gesetzt und einen Schulrucksack besorgt. Meine Nummer gibts auf Mail-Anfrage.

Der naechste Tag war auch ruhig, aber am Nachmittag/Abend war ich dann mit John, Deborah (Ron's Eltern), Ron und Bryan (seinem kleinen Bruder) unterwegs. Zuerst in einem Buchgeschaeft. Eine Sammlung von Marx-Werken hat mich zwar angelacht (zumal der Preis ok war), aber der ist auf deutsch schon ein Hammer. Keine Chance auf Englisch. Also habe ich dann zu 1984 gegriffen. Das sollte schaffbar sein. Dann waren wir eine Rehe Verwandte besuchen (all diese Namen - ich bezweifele, dass ich mir am Ende vom Jahr alle gemerkt haben werde...) es war jedenfalls ziemlich lustig und ich habe rausgekriegt, dass die Schule offenbar ok und nicht all zu stressig ist.

Gestern war wieder ein ruhiger Tag, an dem ich einfach relaxt habe. Und langsam komme ich auch ins Englisch rein. Zumindest ermuedet es mich nicht mehr so.

PS: Ines, red mit der DOOOORRRLI einfach gar nicht dreueber, bis du dich entschieden hast. Red (schreib) einfach mit dem Yannic und mir.

PPS: Ich habe mit meinen Gasteltern schon aus Fun www.politikkabine.at gespietl. Also, ich habe uebersetzt und sie haben geantwortet. Fuer US-Verhaeltnisse snid sie ziemlich links. Und mit Cindy's Vater ist es wirklich spannend zu diskutieren!

8 Kommentare 21.8.07 19:44, kommentieren

Langsam wird's ernst, mit dem US-Alltag

Nach langer Pause gibt es wieder einen halben Meter Text (oder so, ich kann das jetzt noch nicht einschaetzen...)

Ich habe jedenfalls in den vergangenen Tagen ein Profi-Baseballspiel gesehen. Die Buffalo Bisons gegen irgendeinen Gurkenverein, der furchtbar verloren hat. Ich glaube, dass ich das Spiel jetzt langsam begreife - und dass ich es mag. Eigentlich komisch, dass es bei nus so unpopulaer ist...

Am naechsten Tag war ich dann mit dem halben Clan Lasertron spielen (das ist so eine Art Paintball, aber eben im Dunkeln mit Laser. Und keine Angst, danach habe ich keine 3 Bier bestellt, da das weder von AFS- noch von Gesetzesseite her erlaubt waere. [dafuer duerfen sie mit 16 Auto fahren - irgendwie unlogisch, aber bitte.]) Das Spiel ist ziemlich witzig.

Tags darauf war ich bei einem Football-Spiel (laut Matt war das aber kein gutes). Es war nett, aber Baseball gefaellt mir besser. Was ich noch erwaehnen muss ist, dass wir durch einen gluecklichen Zufall an kostenlose Suite-Karten gekommen sind - Luxus ist was Feines!

Dann folgten ein paar nette, gemuetliche Tage, die mit Gegend-Erkunden (Fahrrad, dass ich mir ausborge), Lesen und Fernsehen verbracht wurden. Und auch damit, zum Pool zu gehen. (Die Leute hier finden es heiss, aber ich bin froh ueber das bisschen Sonne und wollte mir nicht die Waerme wegkuehlen und war deshalb einmal oder zweimal mit, aber nicht oefter. Ich frue mich einfach ueber das gute Wetter, im Winter wird es sicher anders.) Im Fernsehen lief sogar "Christmas in Vienna" - das war eine alles in allem recht gut und schoen gemachte 30-Minuten-Doku. Auch haben wir Matt in der Arbeit besucht und ich habe seine - ueberaus netten - Kollegen kennen gelernt.

Und heute war dann der Tag, an dem ich ENDLICH meinen Stundenplan und so bekommen habe. In der Frueh sind wir zu dem Lehrer gegangen, der mich beraten sollte. Ich hatte eine ziemlich grosse Wahlfreiheit - das ist viiiiiiiiiiiiiiiieeeel besser als bei uns. Mein Stundenplan besteht jetzt aus Fotografie, Englisch (nona), Spanisch (sie hatten kein Italienisch und ich musste eine Fremdsprache nehmen. Und Spanisch hat mir noch am besten gefallen - im Gegensatz zu Franzoesisch oder *brrr* Latein. Ausserdem kann das durchaus nuetzlich sein.), Mathe (einfach, damit ich nicht zuviel verpasse - auch wenn sicher der Tag kommt, an dem ich mich fuer diese Entscheidung verfluchen werde), Earth science (sowas wie Geologie und unter den Naturwissenschaften noch das beste. Bzw das, was ich in A nicht haben kann.), Global Studies (so eine Art US-Geschichte plus noch irgendwas. Faellt in den Bereich der social-subjekts), Health Education (gesundes Leben), Sports (ich hatte keine Wahl). Und im zweiten Semester habe ich dann Media Production (nicht klassische Medien, aber Film, PC, etc.) statt Fotografie und History of the 20th Cenury statt Health Education.

Meine Schwerpunkte lagen auf Interesse/nicht zu schwer/unausweichlich/Chance auf Faecher nutzen, die ich in A nicht haben kann. Ich denke, das ist ganz gut so. Am Abend war ich dann bei einem Infoabend in der Schule. Sie wirkt ok. Nicht uebertrieben stressig und so. Berichte, wie es im Detail lauft, werden noch kommen. Auch das mit dem Wechseln der Klassen wirkt zivilisiert. An after school-clubs werde ich wohl Schach und Schulzeitung nehmen.

Ich glaube, es wird mir hier gut gefallen. Auch das Heimweh hat sich bisher nicht gemeldet. (Fast nicht, glaube ich. Aber was schreibe ich das auch am Abend, wo ich immer zum groessten Pessimisten werden! Fragt mich untertags und ich gebe eine gute Antwort. Glaube ich.)

 

13 Kommentare 30.8.07 04:20, kommentieren

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