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Der letzte Eintrag

So liebe Freunde, liebe Familie, liebe alle anderen, die diesen Blog wohl fleissiger gelesen haben, als ich an ihm geschrieben habe. Dies ist mein letzter Blogeintrag, danach werde ich alles abspeichern - und Schluss.

Mein Jahr in den USA ist offiziell zu Ende. Ich schreibe sogar schon wieder aus Wien. Heute Morgen ist unser Flug in Wien eingetroffen. Nach meinem Zeitgefuehl ist es zwar Viertel 4 in der Nacht, aber das macht nichts. Muss ich eben ein bisschen unter Muedigkeit leiden^^

Womit ich schliessen will, ist mit dem Abschied von meiner Famlie. Ja, meine Familie. Denn sie ist mittlerweile tatsaechlich so etwas wie eine zweite Familie fuer mich, wenn auch weit weg und nicht blutsverwandt. Das wird jetyt vielleicht einige meiner "echten" Verwandten ein wenig vergraemen, aber so ist es eben. Der Abschied war mit sehr gemischten Gefuehlen. auf der einen Seite habe ich mich sehr darauf gefreut, euch alle wieder zu sehen (meldet euch bei mir, wenn ihr mich kennt). Andererseits war es auch sehr hart, jene Menschen, die mich so freundlich, warmheryig, und ohne etwas ueber mich yu wissen auftgenommen haben, zu verabschieden. Der Teil war, um es deutlich zu sagen, einfach g'schissen.

Aber ich hatte die Gelegenheit, eine unglaublich tolle und praegende Erfahrung machen. Freunde nicht "nur" in den USA gefunden, sondern von ueberall auf der Welt. (Ich war ja mit AFS dort, und die AFSßGruppe in der ich war, Western New York, war grossartig und ich habe dort wundervolle Freunde von rund um den Globus gefunden.) Dazu habe ich eine zweite Familie gewonnen, und - last but not least - eine ganz neue Perspektive. Dass sich auch mein Englisch sehr verbessert hat, brauche ich wohl nicht extra zu erwaehnen.

Das einzige, was mir immer momentan Probleme macht, ist, mich wieder auf die deutschsprachige Tastatur umzustellen (wo zB y und z unterschiedlich platziert sind). So, macht's gut!

So long; hope to see all of you soon! 

5 Kommentare 22.7.08 09:26, kommentieren

Alltagsreportage

Auf vielfachen Wunsch gibt es hier jetzt einfach mal was ueber meinen Alltag zu lesen.

6:33 - Wecker klingelt. Uuuuaaaaaaarrrrrrrg! Snooze-Button, noch 9 Minuten mehr. 6:42 - Bissi besser. Noch mal ein bisschen schnarchen. 6:51 - Immer noch hundemuede, wenn ich es aber nicht schaffe, mich aus den Federn zu schwingen, schaffe ich es nie. Also wanke ich ins Bad, dusche, buerste meine Zaehne und geh in mein Zimmer zurueck, um in einem Saustall, dessen sich Augias nicht haette genieren brauchen, das Buch fuer Englisch zu suchen, dass ich letzte Nacht noch ein bisschen gelesen habe ("All But My Life" von Gerda Weissmann Klein). Gefunden. Gut. Also gehe ich runter in die Kueche, wo ausser mir nur ein Herd, ein Kuehlschrank, und in jenem Kuehlschrank ein paar Huehnereier sind. Also schlage ichschnell zwei Spiegeleier in die Pfanne und haue mir die Wampe voll.

7:20 - Andrew und Cory, zwei Freunde die ganz nah wohnen, klopfen wie jeden morgen an und wir stapfen Richtung Schule. Nach 20 Minuten gehen kommen wir an, ich schnappe mir die Mappe fuer die ersten drei Stunden (eigentlich Einheiten, wenn man bedenkt, dass sie nur 42 Minuten dauern) und gehe zu meiner ersten Klasse. Foto. Das haben wir fuer den Rest des Jahres aber im Computerraum, weil wir mit Photoshop arbeiten. So, PC angestellt, schnell anmelden, und ein bisschen mit Nachrichten aus der Heimat up to date bringen, bevor die Stunde offiziell beginnt. 5 vor 8. Durch die Lautsprecher kommt das uebliche "Pledge of Allegiance" und die Morgendurchsage, was denn so Besonderes auf dem Programm steht. Nichts tolles. Dann beginnt der Unterricht. Photoshop macht Spass, ist aber auch kompliziert. Macht nix, wir werden noch viel Zeit damit verbringen. Dann Englisch - das geniesse ich, weil wir viel lesen und der Lehrer sehr humorvoll ist. Diesmal philosophieren wir, ob es denn wirklich so schlimm ist, wenn ein Vierjaehriger was aus dem Laden mitgehen laesst. Dann Spanisch. Fad, weil wir alles zu langsam machen. In einem Jahr lernt man in den USA etwa so viel wie in 2/3 bis 3/4 von einem Jahr in Oesterreich, was Fremdsprachen betrifft. Diesmal ist es aber nett, weil wir ein Video schauen. Darauf folgt Geschichte mit jenem Lehrer, der zwar nett ist, aber ausgerechnet die Mets mag - mieses Team und der Traditionskonkurrent meiner wundervollen Yankees! In Mathe habe ich nichts zu tun, weil ich mit meinem Projekt schon gestern fertig geworden bin. Also lese ich ein bisschen im Englisch-Buch, helfe anderen, und lese noch ein bisschen im Epiktet, den ich dank minimaler Groesse ueberall hin mitnehmen kann. Ich lese ihn wahrscheinlich schon zum 8ten Mal oder so - aber das macht nichts, denn er ist sehr interessant und immer wieder finde ich das ein oder andere Neue. In Earth Science schauen wir ein Video. Danach laufe ich zur Cafeteria, kaufe ein Lunch, und eile zu einer meiner Lieblingsklassen, PIG (Participation in Government, etwa mit Politischer Bildung vergleichbar). Die habe ich mitten unterm Jahr begonnen, mein Geschichtelehrer hat mir das empfohlen. Der Deal mit der Lehrerin war, dass ich mein Lunch eben immer am Beginn kaufe und dann halt 5 Minuten spaet bin und es in ihrer Klasse esse. Danach habe ich noch Geschichte des 20. Jhd., wo wir gerade einen Vietnam-Film sehen. Aber das Ende der Klasse verzoegert sich, weil wir noch reden, und ich komme zu spaet zu Turnen. Mein Turnlehrer frotzelt schon, ob ich in oesterreischem Zeitmodus bin. Egal, wir spielen Tennis. Niemand ist besonders gut, ich ebensowenig, aber es ist entspannend.

Damit endet die Schule und ich gehe nach Hause. Schnell mal die Emails gecheckt, die mich so oft vom Blog-Schreiben abhalten. Diesmal geben sie mir aber erst die Motivation, also schreibe ich. Was noch kommen wird? Ich werde noch ein bisschen im Internet surfen, und am Abend wird "Big Poopie" (Spitzname fuer Matt's Vater) und noch ein paar nette Verwandte kommen, mit denen wir im Keller Billiard spielen. Eventuell (das weiss ich aber noch nicht) werden meine - grossartig verrueckten ^^ - Gastcousins dabei sein (James & Eric). Das werde ich spaeter noch rausfinden. Zu Abend essen werden wir dann so gegen 6, wahrscheinlich gehen wir heute zu Pizza Hut, wo ich mir dann eine koestliche Pizza ohne den grauslichen Kaese bestellen kann. Ich werde aber frueh ins Bett gehen, weil ich morgen frueh raus muss - ich werde naemlich mit AFS einen Trip nach Toronto haben!

9 Kommentare 25.4.08 22:48, kommentieren

Weihnachten, Neujahr, und Primaries.

Also, viel zu spaet aber doch konnte ich mich endlich aufraffen, ein wenig zu berichten.

Weihnachten haben wir ganz amerikanisch verbracht. Am 24. habe ich meine Verwandtschaft in der alten Welt angerufen. Danach sind wir und noch ein paar andere ins Altenheim singen gegangen (was dann auch mit einer netten Jause verbunden war ;-) Am Abend haben wir nur gemeinsam mit Den Eltern und Bruder von Cindy gefeiert, jedoch gab es noch nicht die Bescherung. Ach ja, und die Wiehnachtsmesse war natuerlich auch auf dem Programm. Am 25. in der Frueh gab es dann die Bescherung, wo ich mit jeder Menge Buecher bedacht wurde (unter anderem Calvin&Hobbes und "The Audacity of Hope"). Den Rest des Tages haben wir mit Matt's Familie verbracht, ordentlich Truthahn und Geselchtes (schreibt man das so?) gemampft und Spass gehabt.

Neujahr ist eigentlich sehr ruhig verlaufen. Matt und ich waren die einzigen, die aufgeblieben sid, weil die Kinder ins Bett mussten (sie KOENNEN einfach nicht in der Frueh schlafen und dort Schlaf nachholen, also...) und Cindy krank im Bett war. Wir haben "Gattaca" (toller Sci-Fi-Film den ich von meinem alten Brudersack bekommen habe) geschaut. 10 min vor Mitternacht haben wir David aufgeweckt, weil er unbedingt dabei sein wollte, wenn das Jahr wechselt. Feuerwerk gesehen, mit g'spritzem Traubensaft geprostet, und ihn wieder ins Bett befoerdert.

Schule hat dann auch wieder begonnen, aber sehr nett und gemuetlich. Ich verbringe jeden Tag Stunden damit, meine Informationssucht fuer die Primaries zu stillen. Dass ich die entsprechenden Abende komplett vor CNN bzw FOXNews verbringe, brauche ich wohl nicht mehr extra betonen.

Und heute werden "Big Poopie" (Spitzname fuer Matt's Vaer) und James (Gastcousin) kommen, und die ganze Horde wird ein Playoff-Footballspiel verfolgen. Ach ja, mir ist gerade wieder aufgefallen, wie gross die Unterschiede zwischen Oesterreich und hier sind. Also, in der Frueh sind wir, wie meistens, in die Kirche gegangen. Dort gibt es immer Kaffee, Cookies, etc. Ich schenke mir einen Becher Kaffe ein und will gerade nach dem Zucker greifen, als mich eine wildremde Frau fragt, ob ich nicht zu jung fuer Kaffee sei! Ich habe nur "uhm, no," gesagt; muss aber ausgeschaut haben wie ein Ochs vorm Tor... *rofl*

So, machts gut!

17 Kommentare 13.1.08 18:40, kommentieren

New York City & Thanksgiving

Hier endlich der Bericht ueber den -viel zu kurzen! - Ausflug nach New York und Thanksgiving.

In New York konnten wir bei Scott (Cindy's Bruder, der dort lebt) uebernachten. Die Wohnung ist zwar eigentlich zu klein fuer die ganze Meute, aber es ist sich - fragt mich nicht wie - ausgegangen. Hier erzaehle ich mal ueber die Top-Sights die wir gemacht haben, und die jeder der nach New York geht gesehen haben sollte.

Als erstes haben wir die Brooklin-Bridge ueberquert. Sie gibt einem einen echt tollen Blick auf Manhattan und es dauert nur 20 Minuten, sie zu ueberqueren.

Danach ging es zur Freiheitsstatue. Also, wir sind nicht direkt zur Insel gefahren, auf der sie steht, sondern nur mit der - kostenlosen - Staten Island Ferry ganz nahe an ihr vorbei gefahren. Es ist schon ziemlich cool, so nahe an jener Statue vorbeizufahren, die fuer Zigtausende Einwanderer der Willkommensgruss war.

Auch der Ground Zero war natuerlich Pflicht. Wie ich dort gestanden bin, und - durch das Baugeruest des geplanten "Freedom Tower" - diesen grossen, leeren Platz in der Mitte des Wolkenkratzer-Dschungels Manhattans gesehen habe, da habe ich, zumindest ein bisschen, die Reaktionen der Amerikaner verstanden...

Als wir dann am Times Square waren, war ich absolut begeistert. Das ist jener Platz in Manhattan, an dem man New York erlebt, wie es ist: schnell, laut, faszinierend. Seit er Ende der Achtziger Jahre renoviert wurde, haben sich dort bekannte Firmen etabliert, wie zum Beispiel MTV oder Sony. Egal wann, am Times Square ist es nie still. Ein wandgrosser Werbeschirm reiht sich an den naechsten, der Verkehr ist immer auf Hochtouren, Menschenmassen tummeln sich zwischen den Geschaeften und es toent immer von irgendwoher Musik. Kaum etwas hat meinen Eindruck von New York dermassen gepraegt – der Times Square ist nun einmal einfach grossartig.

Last but not least haben wir auch das Empire State Building besucht. Man muss zwar eine Dreiviertel bis ganze Stunde awrten, bis man oben ist, aber die atemberaubende Aussicht ist es echt wert. Man kann auch oben bleiben, solange man will - aber ich bezweifle, dass dort viele Menschen laenger als fuer eine halbe Stunde bleiben, da in derartigen Hoehe ein eiskalter Wind weht...

Zu Thanksgiving hatten wir zuerst einen Brunch mit Matt's Familie. Ein paar Spiele (zB Lebkuchenhaeuser in teilweise unorthodoxen Verzierungen^^), jede Menge Essen und einem guten Football-Spiel (American Football, nicht Fussball). Am Abend gab es dann mit Cindy's Familie das ganze koestliche Thanksgiving-Essen das mich fuer das entgangene Martinigansl mehr als entschaedigt hat: Truthahn, Puerree (aus richtigen Kartoffeln, kein Packerl-Brei!), und jeder Menge andere gute Magen- und Zungenbegluecker.

Nur am Abend hat John dann gespieben. Wir haben zuerst gehofft,dass er sich nur ueberessen hatte - bis der Rest von uns uebers Wochenende auch den Infekt bekam. Aber jetzt geht es uns wieder gut und ich erschnuppere schon die ersten Duefte vom Abendessen...

13 Kommentare 27.11.07 17:46, kommentieren

Homecoming & Co - aber anders, als der Titel vermuten laesst

Nach einem sehr intensiven Monat komme ich endlich wieder zum Schreiben - hoffentlich in Zukunft regelmaessiger. Hier einmal die Kurzzusammenfassung.

In der Schule geht es mir gut und wenn es so bleibt, dann werde ich mir mit der amerikanischen Schule leicht tun. Ich habe schon einige echt nette Freunde gefunden und sitze beim Lunch in einer netten Gruppe. In Englisch bin ich wunderbar reingekommen und habe schon zwei Artikel fuer die Schuelerzeitung geschrieben. Worauf ich mich freue ist der Schachclub, der naechste Woche beginnt.

Das Wetter ist unerbittlich und die morgendliche Dunkelheit hat kein Mitleid mit mir. Es ist eklig, in nasskalter Dunkelheit aufstehen zu muessen, nur um sich dann mit Gewalt irgendwas in den Magen zu zwaengen...

Als ich jedoch vorletztes Wochenende in Camp Weona war, war es noch wunderschoenster Indian Summer! Das war ein herrliches AFS-Camp wo auch die Amerikaner waren, die ihr Vorbereitungscamp hatten. Und es ist fantastisch, aus wie vielen Laendern man nette Leute kennen lernt. Geradezu ein internationales Netzwerk ;-)

Auch hatte die Schule "Homecoming". Das ist das erste Football-Spiel (American Football, nicht "Soccer" der Saison. Es ist immer ein grosses Ereignis. EIn Lagerfeuer war geplant, musste wegen Regen aber abgeblasen werden. Ansonsten gab es eine Parade, das Spiel natuerlich und einen Dance (Allerdings nicht im faden Sinne, sondern witzig und mit guter Music - auch wenn ueber 800 Leute im selben Raum viele sind...) Das ist jedenfalls eine echt coole Sache zu der jeer geht.

Ausserdem hat uns vor 2 oder 3 Wochen Scott besucht. Er ist Cindy's Bruder und lebt in NY-City. Wir werden, wenn wir unseren Ausflug nach NY haben, heimsuchen - und das ist schon bald! Juhuu! Er ist ein ebensolcher Politikjunkie wie ich und es laesst sich grossartg mit ihm ueber Gott und die Welt reden.

Die Baseball-Liga geht auch langsam ins Finale. Die Yankees sind leider draussen, aber es bleibt ein grossartiges Spiel. Ich kann gar nicht verstehen, weshalb es in Europa nicht beliebt ist...

Tja, und letztes Wochenende hatte ich einen Cropwalk. Das ist ein 6km langer Spaziergang. Und um da mitzumachen geht man von Haus zu Haus und sammelt Geld, dass dann an Hungernde in der dritten Welt geht. Apropos, ich beende gerade das fanastische Buch "Das Imperium der Schande" vom UN-Beauftragten fuer das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler. Es ist ein unglaublich gutes Buch und ich kann es jedem empfehlen.

Also, mit guten Vorsaetzen, regelmaessiger zu schreiben hoere ich auf. Vielleicht klappt's ja...

11 Kommentare 18.10.07 01:31, kommentieren

Ein Monat USA, 1 1/2 Wochen Schule

Schreibfaulheit beendet, hier der naechste Eintrag (*Jubelchoere jetzt*).

Ich bin jetzt seit etwas mehr als einem Monat in den USA. Eiegentlich sollte ich ja jetzt einen kurzen Rueckblick schreiben - aber das waere erstens nach einem Monat irgendwie seltsam und zweitens koennt ihr ja gerne alles nachlesen. Es geht mir jedenfalls weiterhin gut und ich habe auch jetzt kein Heimweh. (Das ueberrascht mich positiv - aber vielleicht verdraenge ich es auch nur. Was allerdings hiesse, dass es nicht so stark sein kann.) Und die Amerikaner begegnen mir weiterhin als ein unglaublich freundliches, hoefliches und hilfsbereites Volk.

Ausserdem hatte ich jetzt die ersten eineinhalb Wochen Schule. Mit dem andauerndem Wechseln der Klassen komme ich gut zurecht. Aber nur 4 Minuten Pause ist trotzdem ein Wahnsinn, weil ein normaler Mensch ja auch gerne mal in der Zwischenzeit mit jemandem reden und nicht nur von Raum zu Raum rennen mag. Hier wird's Zeit, dass ich einmal ueber die Schule hier an sich schreibe. Die Lehrer nehmen die Schule wesentlich wichtiger als bei uns. Im Positiven wie im Negativen. Aufgaben sind ihnen zwar heilig und sie koennen Faulheit nicht leiden - aber sie selbst sind viel fleissiger als die unseren. (Ich schreibe hier jetzt nur vom Durschnittslehrer, es gibt ueberall bessere und schlechtere.) Sie betrachten es als ihre Aufgabe, dass die Schueler genug lernen, um die Klasse zu bestehen. Ihr Vertrag sieht vor, dass sie MINDESTENS von 7:20 bos 15:20 in der Schule bleiben - wobei die Schule an sich von 7:55 bis 14:50 dauert. Die meisten allerdings kommen frueher und bleiben laenger. So etwa von 7 bis 16 Uhr. Und zwar nicht nur, um ihre Sachen zu erledigen (auch sie haben all den Papierkram und die Korregierarbeiten mu die Ohren), sondern um Schuelern, die etwas nicht verstanden haben, (kostenlos) Nachhilfe zu geben. Eine Lehrerin hat sogar angeboten, bei vorheriger Bitte schon um 6 in der Frueh in die Schule zu kommen, wenn wer Schwierigkeiten hat! "Auspufflehrer" gibt es hier quasi nicht.

Wie hoch die Anforderungen sind? Man muss mindestens 65% erreichen, um zu bestehen. Ausserdem gibt es hier bis zu einem Test in eineinhalb Wochen in einem Fach. Ich weiss, das klingt jetzt schrecklich - aber es ist eigentlich besser als bei uns. Weil dadurch ja weniger Stoff zusammenkommt, man schneller merkt, wenn Luecken entstehen und einem ein schlechter Tag nicht alles z'ammhaut.

Klassengemeinschaft gibt es zwar weniger - aber das hatte ich auch in meiner alten Klasse nicht wirklich. Weil ja auch in A nicht jeder jeden mag. Hier gibt es den grossen Vorteil, dass ich viel mehr Leute kennen lerne. Eigentlich sachon kennen helernt habe. Andrew zB wohnt in der selben Gasse wie ich und ist ziemlich nett. Devin spielt gerne Schach und zeigt mir Parkour. Das ist ein ziemlich cooler Sport. (Wer wissen will, wie es aussieht, wenn man ihn gut kann: www.youtube.com und dort gebt dann "urban renegade" ein. Das erste von oben.) Beide sind in meiner Health-Klasse.

Das Essen in der Schule ist ok. Es kostet 2 Dollar - am ersten Tag war ich ueberzeugt, die 2 Dollarnoten haetten besser geschmeckt. Nur leider nicht satt gemacht. Aber da man immer zwischen verschiedenen Sachen auswaehlen kann, schmeckt mir seither auch das Schulessen (in entsprechender Qualitaet...) einigermassen gut. Das einzige, was hier wirklich schlecht ist, ist der Kaffee! Der ist eine lasche Suppe und es wuerde mich nicht einmal wundern, wenn sich herausstellen wuerde, dass sie Schmieroel als Bohnenersatz verwenden...

Mit meinem Englisch komme ich auch in der Schule gut zurecht - und die Lehrer sind was das betrifft zum Glueck nett und geduldig. Und ich habe mich schon so daran gewoehnt, dass es bei meinem letzten AFS-Treffen eine richtige Umstellung war, mit den Oesterreichern und Deutschen Deutsch zu reden. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.

Das bisher traumhafte Wetter wandelt sich leider langsam aber sich in Richtung a****kalt, ist aber weiterhin tendenziell gut. Ausserdem war heute die Goldene Hochzeit von Matt's Eltern. WOW, lange Zeit! Die Familie hat einen recht engen Kontakt und ist echt witzig (und fast so verfressen wie die meine - wunderful!)

So, und jetzt bin ich muede (habe die letzte dreiviertel Stunde mit diesem Buchstabensalat verbracht...) und hoere auf.

PS: Ich weiss nicht, wie oft ich in der nechsten Zeit zum Schreiben komme - bitte um Geduld, auch wenn des dauert.

PPS: Danke fuer die Geburtstagswuensche! Haben mich sehr gefreut!

11 Kommentare 16.9.07 06:14, kommentieren

Langsam wird's ernst, mit dem US-Alltag

Nach langer Pause gibt es wieder einen halben Meter Text (oder so, ich kann das jetzt noch nicht einschaetzen...)

Ich habe jedenfalls in den vergangenen Tagen ein Profi-Baseballspiel gesehen. Die Buffalo Bisons gegen irgendeinen Gurkenverein, der furchtbar verloren hat. Ich glaube, dass ich das Spiel jetzt langsam begreife - und dass ich es mag. Eigentlich komisch, dass es bei nus so unpopulaer ist...

Am naechsten Tag war ich dann mit dem halben Clan Lasertron spielen (das ist so eine Art Paintball, aber eben im Dunkeln mit Laser. Und keine Angst, danach habe ich keine 3 Bier bestellt, da das weder von AFS- noch von Gesetzesseite her erlaubt waere. [dafuer duerfen sie mit 16 Auto fahren - irgendwie unlogisch, aber bitte.]) Das Spiel ist ziemlich witzig.

Tags darauf war ich bei einem Football-Spiel (laut Matt war das aber kein gutes). Es war nett, aber Baseball gefaellt mir besser. Was ich noch erwaehnen muss ist, dass wir durch einen gluecklichen Zufall an kostenlose Suite-Karten gekommen sind - Luxus ist was Feines!

Dann folgten ein paar nette, gemuetliche Tage, die mit Gegend-Erkunden (Fahrrad, dass ich mir ausborge), Lesen und Fernsehen verbracht wurden. Und auch damit, zum Pool zu gehen. (Die Leute hier finden es heiss, aber ich bin froh ueber das bisschen Sonne und wollte mir nicht die Waerme wegkuehlen und war deshalb einmal oder zweimal mit, aber nicht oefter. Ich frue mich einfach ueber das gute Wetter, im Winter wird es sicher anders.) Im Fernsehen lief sogar "Christmas in Vienna" - das war eine alles in allem recht gut und schoen gemachte 30-Minuten-Doku. Auch haben wir Matt in der Arbeit besucht und ich habe seine - ueberaus netten - Kollegen kennen gelernt.

Und heute war dann der Tag, an dem ich ENDLICH meinen Stundenplan und so bekommen habe. In der Frueh sind wir zu dem Lehrer gegangen, der mich beraten sollte. Ich hatte eine ziemlich grosse Wahlfreiheit - das ist viiiiiiiiiiiiiiiieeeel besser als bei uns. Mein Stundenplan besteht jetzt aus Fotografie, Englisch (nona), Spanisch (sie hatten kein Italienisch und ich musste eine Fremdsprache nehmen. Und Spanisch hat mir noch am besten gefallen - im Gegensatz zu Franzoesisch oder *brrr* Latein. Ausserdem kann das durchaus nuetzlich sein.), Mathe (einfach, damit ich nicht zuviel verpasse - auch wenn sicher der Tag kommt, an dem ich mich fuer diese Entscheidung verfluchen werde), Earth science (sowas wie Geologie und unter den Naturwissenschaften noch das beste. Bzw das, was ich in A nicht haben kann.), Global Studies (so eine Art US-Geschichte plus noch irgendwas. Faellt in den Bereich der social-subjekts), Health Education (gesundes Leben), Sports (ich hatte keine Wahl). Und im zweiten Semester habe ich dann Media Production (nicht klassische Medien, aber Film, PC, etc.) statt Fotografie und History of the 20th Cenury statt Health Education.

Meine Schwerpunkte lagen auf Interesse/nicht zu schwer/unausweichlich/Chance auf Faecher nutzen, die ich in A nicht haben kann. Ich denke, das ist ganz gut so. Am Abend war ich dann bei einem Infoabend in der Schule. Sie wirkt ok. Nicht uebertrieben stressig und so. Berichte, wie es im Detail lauft, werden noch kommen. Auch das mit dem Wechseln der Klassen wirkt zivilisiert. An after school-clubs werde ich wohl Schach und Schulzeitung nehmen.

Ich glaube, es wird mir hier gut gefallen. Auch das Heimweh hat sich bisher nicht gemeldet. (Fast nicht, glaube ich. Aber was schreibe ich das auch am Abend, wo ich immer zum groessten Pessimisten werden! Fragt mich untertags und ich gebe eine gute Antwort. Glaube ich.)

 

13 Kommentare 30.8.07 04:20, kommentieren

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